Uwe Selle

September 25, 2016
nach Uwe Selle
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10 Sätze, die Kindern weh tun – und die wir trotzdem immer wieder zu ihnen sagen

saetze

1. Beeil dich!

Jede Mutter und jeder Vater kennt das: Man ist in Eile, aber das Kleinkind will sich seine Schühchen unbedingt alleine anziehen und alles dauert mal wieder länger. Da fordert man sein Kind natürlich auf, sich zu beeilen.

Was das Kind in diesem Zusammenhang versteht: Ich störe nur und bin meinen Eltern eine Last. In diese Kategorie fallen auch: Sei mal ruhig! Kannst du nicht still stehen?

Experten schlagen vor, stattdessen zu sagen: Wie viel Zeit brauchst du noch, um deine Schuhe anzuziehen?

2. Pass auf, wo du hinläufst!

Kinder erkunden gerne die Welt um sich herum – und Eltern warnen sie vor etwaigen Gefahren.

Das Kind versteht: Die Welt ist ein gefährlicher Ort – ich ziehe mich am besten zurück. In diese Kategorie fällt auch: Fass das nicht an, pfui!

Besser: Sei vorsichtig und pass auf dich auf, wenn du hier entlang läufst

3. Hör auf, zu weinen.

Das Kind weint, weil es ins Bett gehen soll.

Das Kind versteht: Hör auf, deine Gefühle zu zeigen. In diese Kategorie fällt auch: Schrei nicht herum.

Besser ist es, nach der Ursache seiner Traurigkeit fragen: Wieso weinst du? Was kann ich tun, damit es dir wieder besser geht?

4. Wie oft soll ich dir das noch sagen?

Das Kind hat auch nach dem 15. Mal noch nicht verstanden, wie es die Gabel benutzen soll und matscht herum.

Das Kind versteht: Du hast versagt.

Besser: Versuchen wir es noch einmal gemeinsam.

5. Echte Jungs weinen nicht!

Der kleine Junge ist traurig, weil er sein Lieblingsplüschtier verloren hat.

Das Kind versteht: Ich bin ein Junge und darf deshalb keine Gefühle zeigen. In diese Kategorie fällt auch: Du benimmst dich ja überhaupt nicht wie ein Mädchen.

Besser: Das Kind einfach trösten, weil es traurig ist.

6. Sie macht das viel besser als du!

Man vergleicht sein Kind mit dem Nachbarsmädchen, das schon viel mehr kann, und will es so motivieren.

Das Kind versteht: Du bist Schlechter als die anderen.

Besser: Ich liebe dich so wie du bist.

7. Du solltest dich schämen!

Das Kind hat eine Vase umgeworfen – obwohl es nicht herumrennen sollte.

Das Kind versteht: Ich bin eine schlechte Person.

Wenn es seinen Fehler bereut, kann man sagen: Wir alle machen Fehler – so lernen wir, es besser zu machen.

8. Nie räumst du dein Zimmer auf!

Im Kinderzimmer herrscht mal wieder Chaos.

Das Kind versteht: Ich mache das immer falsch und werde es nie richtig machen.

Besser ist es, die aktuelle Situation anzusprechen: In deinem Zimmer liegen deine Spielsachen am Boden verstreut!

9. Jetzt bin ich aber traurig, weil du die Zähne nicht geputzt hast!

Das Kind weigert sich, die Zähne zu putzen.

Das Kind versteht: Ich bin schuld, dass Mami oder Papi jetzt traurig sind.

Besser ist es, das Kind nicht mit seinen Gefühlen zu manipulieren, sondern neutral zu bleiben.

10. Du sollst jetzt den Tisch aufräumen!

Auf dem Tisch liegen mal wieder die Malsachen des Kindes verstreut.

Das Kind versteht: Meine Bedürfnisse spielen keine Rolle.

Besser ist es, die Aufforderung als Bitte zu formulieren: Kannst du bitte den Tisch aufräumen? Bei Unsicherheiten kann man laut Trummer hinzufügen: Es ist mir wichtig, dass du das, was ich sagen will, auch richtig verstanden hast. Kannst du mir mit deinen eigenen Worten nochmal sagen, was du gerade gehört hast? Quelle